Erstens kommt es anders

zweitens als man denkt.

Easy war am 14. Tag ihres Zyklus und hatte ihre Standhitze. Voller Aufregung fuhr ich mit ihr zu ihrem Freund Connor. Aber nach der ersten Begrüßung interessierte er sich nicht weiter für sie, während sie permanent versuchte, ihn zu animieren, aber ohne Erfolg. Wir beiden Hunde-Besitzerinnen schauten uns das Verhalten 2-3 Stunden lang an und suchten nach Erklärungen. Es war von einem auf den anderen Tag nochmals fast 30 Grad warm geworden und Schattenplätze waren angesagt, auch für die Hunde. Aber daß sich der Rüde so gar nicht interessiert zeigte, konnten wir uns nicht erklären. Vielleicht war er noch zu jung und wußte mit der Situation nichts anzufangen? Vielleicht war ihm zu warm? Sylvia Hergert, seine Besitzerin und mir inzwischen liebe Freundin, schlug vor, daß ich mit beiden Hunden zu uns nach Hause fahren und die Kühle der Nacht abwarten sollte. Gut. Bepackt mit Leine, Futter und Näpfen startete ich zurück ins Bergische Land. Hier ausgestiegen wunderte sich Connor nicht über die neue Umgebung, im Gegenteil bewachte er unseren Hof nach kürzester Zeit gegen den Nachbarn. Er war ja schon bei uns zu Besuch gewesen, schien alles wiederzuerkennen und fühlte sich nicht fremd. Er spielte auch zwischendurch ganz gern mit Easy, aber dann legte er sich in den Schatten und döste vor sich hin.

Ich beobachtete alles und als sich auch in der Abendkühle nichts änderte, dachte ich in meiner Unerfahrenheit, der Rüde sei zu jung. Samstag Abend gegen 21 Uhr rief ich Frau Künsler von der Zuchtbuchstelle an und bat um die Zuchtgenehmigung für einen anderen Rüden. Wir sprachen die in Frage kommenden Hunde durch und ich entschied mich für Caesarion vom Petersberg.

Die Nacht schlief ich neben beiden Hunden in unserem Innenhof, um ja zur Stelle zu sein, falls etwas passieren sollte, aber es waren nur die Mücken, die mich dauernd weckten, während die Hunde einträchtig nebeneinander schliefen. Am Sonntag Mittag brachte ich Connor wieder nach Hause und er war sichtlich erfreut, wieder in seiner gewohnten Umgebung zu sein und diese lästige Hündin vom Hals zu haben.

Nachmittags hatte ich die Zuchtgenehmigung für Caesarion vorliegen und an dieser Stelle einen herzlichen Dank für das offene Ohr und die sofortige Hilfe von Frau Künsler, die sich sowohl am Samstag Abend als auch am Sonntag für meine Probleme Zeit nahm und sofort bereit war zu helfen. Nun also Caesarion vom Petersberg. Ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen, denn Easy stammt genau so wie Caesarion vom Petersberg, aber als der Name fiel, erklärte mir Frau Künsler, daß diese Verpaarung auch in Ordnung sei. Ich rief bei Caesarions Besitzern an und erfuhr, daß am Petersberg in zwei verschiedenen Linien gezüchtet wird und Easy aus der einen und Caesarion aus der anderen Linie stammt. Am Sonntag Abend fuhren wir nach Königswinter. Ich bewunderte diesen schönen Rüden mit seinem federnden Gangwerk, aber Interesse an unserer Hündin zeigte er auch nicht, auch nicht am Montag, Mittwoch und Donnerstag. Ich hatte die Hoffnung für diese Hitze bereits aufgegeben, als ich am Freitag Veränderungen bei Easy bemerkte. Am Freitag Nachmittag ließen wir einen Progesterontest bei unserer Tierärztin machen. Das Ergebnis war eindeutig: ab zum Rüden! Samstag in Königswinter und plötzlich war alles anders. Der Rüde interessierte sich nicht nur für Easy, sondern am Samstag und auch am Sonntag hat er unsere Hündin erfolgreich gedeckt – am 21. und 22. Tag der Hitze. Am Montag war alles gelaufen, sie biß ihn ab und wollte ihre Ruhe haben.

Hier nun ein zweites Danke-schön an Familie Matenaar. Insgesamt sieben Mal waren wir nach Königswinter gefahren und immer wurden wir sehr freundlich aufgenommen. Immer hatten Matenaars Zeit, Geduld und… Kaffee für mich, während wir die Hunde draußen im Garten beobachteten. Nach Tagen des Wartens waren wir alle froh und glücklich,daß es mit der Verpaarung geklappt hatte. Ende gut, alles gut!

Caesarion vom Petersberg

Die Welpen aus dieser Verpaarung  werden beide alte Zuchtlinien vom Petersberg in sich tragen und wir freuen uns sehr.

Auf der Heimfahrt dachte ich natürlich an den armen Connor. Er wußte vor einer Woche genau, daß er sich noch keine Mühe machen mußte, es war noch viel zu früh! Wir konnten es aber nicht richtig einschätzen und waren zu ungeduldig und heute denke ich, daß ein Neuling für die erste Verpaarung besser einen Rüden samt Besitzer “mit Erfahrung” auswählen sollte.

Vor allem aber: die Hunde brauchen uns nicht, sie wissen alleine genau Bescheid.

Nun warten wir ab, ob die Verpaarung auch zu einer Trächtigkeit geführt hat und dann freuen wir uns auf die Welpen zwischen dem 20. und 25. November. So wie Easy sich aber mit allem Zeit gelassen hat, trägt sie bestimmt drei Monate und die Welpen fallen unter den Weihnachtsbaum!!!

 

 

 

 

Kürten, 6.9.2011

So, es wird spannend.

Bisher dachte ich, daß Hündinnen alle 6 Monate ihre Hitze haben und ich dachte an die geplante Verpaarung mit Connor im Juli nach ihrer letzten Hitze Ende Dezember.

Die Tierärztin hat mich aber eines Besseren belehrt, denn sie erklärte mir, daß gerade bei großen Hündinnen oftmals 8 Monate zwischen den Hitzen liegen. Dieser längere Zeitraum wäre absolut normal und ich glaube, Easy hat offensichtlich die Monate der Ruhe noch voll auskosten wollen. Inzwischen hat sie ihre nächste Hitze und laut Tierärztin müssen wir mit ihrer Hochhitze, also den Stehtagen, an diesem Wochenende rechnen. Connor steht bereit und erwartet sie und wenn alles klappt, werden Mitte November die Welpen das Licht der Welt erblicken!

Wir alle sind gespannt.

 

 

 

 

 

Rheinberg, im Januar 2011.

Wir stehen am Ausstellungsring der Landseer und warten auf unseren Aufruf, als sich eine Frau mit einem großen Rüden zu uns gesellt. Die Hundebesitzerinnen unterhalten sich nett und auch die Hunde scheinen sich gut zu verstehen.

Krefeld, im April 2011.

Wir nehmen teil an der Wesensüberprüfung der Landseer und es gibt ein Wiedersehen mit dem großen Rüden aus Rheinberg. Die Besitzerinnen freuen sich und die Hunde erst recht!. Fast scheint es uns, daß die Hunde miteinander flirten – nicht nur, daß sie sich gegenseitig zum Spiel animieren. Zwischendurch stehen sie Kopf an Kopf gelehnt, um sich im nächsten Moment gegenseitig abzulecken. Die beiden scheinen ein Herz und eine Seele zu sein.

In der Hundezucht stehen wir ganz am Anfang. Alte Hasen in der Landseerzucht würden vielleicht andere Partner aussuchen, aber mein Gefühl sagt mir, daß sich unsere beiden Hunde selbst ausgesucht haben. Connor ist genau der mächtige, eindrucksvolle Rüde, den wir uns vorgestellt hatten als Deckrüden für unsere Hündin und dann soll es so sein:

Connor und Easy

Quirin vom Hasetal mit Eclair vom Petersberg.

Jede Verpaarung ist eigentlich ein Ausprobieren und wir sind heute schon gespannt auf das Ergebnis aus dieser Verpaarung, die vermutlich im Juli 2011 stattfinden wird.

Schau mir in die Augen, “Kleiner”!

Connor zu Besuch auf unserem Hof und wiederum zeigen beide ganz viel Sympathie füreinander!

Wohl gemerkt: der Rüde ist rechts im Bild und unsere Hündin auf der linken Bildseite!

 

 

 

Mein Zuchtziel steht jedenfalls fest: ich möchte den Landseer im alten Rassestandart als großen, ja majestätischen Hund züchten.

Zu oft schon habe ich bei anderen Tierarten erlebt, daß der Rassestandart zu stark in eine Richtung gezüchtet wird. Zum Beispiel stellte das Friesenpferd immer einen sehr barocken Pferdetyp dar, wunderschön anzuschauen vor einer Kutsche, als Reitpferd nicht unbedingt sehr bequem. Mittlerweile werden die Friesen immer schlanker gezüchtet und sind leichter reitbar, schwarze Reitpferde mit Behang an den Füßen, aber das typisch barocke ist auf der Strecke geblieben.

Wir versuchen alle unsere Tiere in der ihnen typischen Art zu erhalten und genau so möchte ich meine Landseer züchten.