Easy wohnte ein paar Wochen bei uns, als wir einen Platz in einer Welpengruppe einer Hundeschule bekamen. Wir wollten unbedingt Sozialkontakte pflegen und freuten uns sehr, daß sie mit anderen Welpen im freien Spiel toben durfte.

Natürlich war sie das größte und schwerste Hündchen unter Labradoren und anderen kleineren Welpen und natürlich war sie nicht so schnell und wendig wie die anderen. Aber wehe, sie kam neben den anderen zu stehen! Völlig ungeniert drehte sie ihr Hinterteil zu dem ihr am nächsten stehenden Welpen und dann setzte sie sich auf ihn! Gefangen!!!

Beim ersten Mal lachten wir alle gemeinsam, aber schon bald wurde es den anderen Welpenbesitzern unheimlich und wir wechselten in die Junghundegruppe.

Wir starteten mit einer Einzelstunde, in der unsere Hündin spielerisch das Gehen an der Leine lernte.

Zu Hause ließ ich sie immer frei ohne Leine laufen und sobald ich hörte, daß sich ein Auto näherte, rief ich sie zu mir und belohnte ihr Kommen mit einem Leckerchen.

Da unsere “Maus” mit allem und jedem spielen wollte, freute sie sich sehr, als einmal das Törchen zum Entengehege offen stand. Wunderbar. Da konnte sie endlich mal mit diesen Tieren spielen, konnte eine fangen und als die arme Ente aufgeregt mit den Flügeln schlug, animierte das unsere Hündin erst richtig. Diesen Spielball wollte sie festhalten und das tat sie dann besonders gut. Erst da merkten wir, was los war und liefen fluchend und laut schimpfend zu der Hündin und der Ente. Easy war so überrascht über unser Verhalten, daß sie die Ente losließ. Leider hatte die Ente das Spiel nicht überlebt. Und wir schimpften sehr mit der Hündin, die alles gar nicht verstand und sich halb verängstigt und halb beleidigt aus dem Entenauslauf zurückzog. Nun, es war unser Fehler gewesen, daß wir vergessen hatten, das Tor zu schließen und die Hündin konnte es natürlich nicht verstehen, aber sie hat sich nie wieder eins unserer Tiere gegriffen.

Rückblickend kann ich sagen, daß Easy das, was sie in den ersten Wochen lernte, völlig verinnerlicht hatte und nie wieder vergaß.

Bis heute besteht eins ihrer liebsten Spiele darin, daß sie an einem Ende eines Strickes zieht und einer von uns an dem anderen Ende. Dieses Spiel kann sie stundenlang spielen und immer, wenn mein Bruder zu Besuch kommt, muß er ran. Wenn Sie dieselbe Ausdauer bei diesem Spiel aufbringen wie mein Bruder, könnte es Ihnen auch so gehen wie ihm auf den Photos!!!

 

 

Eines Tages hörte ich von einem Ringtraining für Landseer. Wir hatten zwar mittlerweile blauäugig und ohne blassen Schimmer unsere Ausstellungsrunden besucht und auch erfolgreich absolviert, aber ich hatte im Ring immer das Gefühl, daß vor allem ich noch einiges zu lernen hätte. Also meldete ich mich zu diesem Training an, das von Peter Raidt auf dem Mühlbachhof geleitet wurde – www.landseer-auf-maien.eu.

Dieser Samstag hat mir sehr gut gefallen, nicht nur, weil man andere nette Landseer mit Besitzern kennenlernen konnte, sondern auch und vor allem, weil Herr Raidt die Trainingseinheiten souverän und sehr professionell zu vermitteln wußte. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Hunde- und Menschenverstand lernten wir, worauf zu achten ist, wenn die Hunde schön links neben uns an lockerer Leine durch den Parcour laufen sollten und wie man immer wieder die Aufmerksamkeit des Tieres zurückholen konnte. Heute würde ich jedem, der mit seinem Hund auf Ausstellungen gehen möchte, den Rat geben, solch ein Training vor der ersten Ausstellung mitzumachen.

 



Mit Easy hatten wir die Zuchtzulassung so gut wie erreicht, denn mir war klar, daß sie den Wesenstest problemlos bestehen würde und an weiteren Ausstellungen müssen wir nicht teilnehmen. Aber ich weiß heute schon, daß es bei uns nicht bei einer Landseer-Hündin bleiben wird und so habe ich Vieles für die Zukunft gelernt. Und ich weiß, daß ich mit dem neuen kleinen Landseer schon recht früh beginnen werde mit spielerischen Übungen.